Petite Arvine: Ein Körnchen Salz

Ein Besuch im Wallis bei Weinmacher Gilles Besse und einer der besten einheimischen Trauben.

Der einfachste Weg ist nicht immer der beste. Das gilt auch im Weinbau. Es gab eine Zeit, da ersetzten Winzer anspruchsvolle Rebsorten – also solche, die eine besonders gute Lage, spezielle klimatische Bedingungen oder einfach eine Menge Pflege erforderten – systematisch durch pflegeleichtere Varietäten.

Warum sich abrackern, wenn man es so viel einfacher haben kann? Dieser Logik fiel auch die Petite Arvine zum Opfer. Diese einheimische Walliser Traube ist eine richtige Diva! Kompromisslos beansprucht sie die besten Parzellen, die ein Winzer zu bieten hat. Und wer sich mittelmässig um sie kümmert, wird mit mittelmässigen Weinen bestraft. Trotzdem erlebt sie heute eine Renaissance – zu Recht und zum Glück! Denn wenn man sie hätschelt, so wie es mein Gesprächspartner im Video, Önologe Gilles Besse, tut, dann stellt diese Diva alle ihre Kollegen locker in den Schatten. Mit ihrer anregenden Rhabarberfrucht, ihrer vibrierenden Säure, der typischen Note von Salz (ja, Salz!) im Finale. Vor allem aber mit ihrer Einzigartigkeit.

Muss ich es noch sagen? Die Petite Arvine steht unter meinen Schweizer Lieblingssorten mit ganz oben.

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