Dekantieren - so geht's

Von alten Weinen und bröselnden Zapfen.

 

Der Dreh der dieswöchigen Folge wäre beinahe mangels Requisiten nicht zustande gekommen. Um Ihnen zu zeigen, wie Dekantieren geht, hatte ich einen richtig alten Wein aus meinem Keller mitgebracht: einen 1972er Château Belair aus St-Emilion, Bordeaux. So ein Tropfen hat garantiert eine Menge Bodensatz, und da es beim Dekantieren darum geht, den Wein von eben diesem Depot zu trennen, schien er mir genau richtig für den Vorführeffekt. Ausser, dass der Wein stattdessen uns vorgeführt hat.

Kaum hatte ich nämlich den Korkenzieher angesetzt, zerbröselte der Zapfen aufs Feinste – ein Vampir bei Sonnenlicht ist nix dagegen. Gerettet hat das Vorführobjekt schliesslich unsere Gastgeberin Denise Crettol von der Cave Valaisanne in Küsnacht. Mit einem gemeinen Küchenmesser trug sie Schicht und Schicht des sich auflösenden Zapfens ab und drehte den Rest schliesslich mit der Messerspitze heraus. Chapeau! So etwas habe ich auch noch nicht gesehen.

Ich weiss, es bleiben zwei Fragen:

1.) Ist so ein betagtes Gewächs denn nicht viel zu schade zum Öffnen?
Eigentlich schon. Doch 1972 (ich muss es wissen…) war so ziemlich der miserabelste Jahrgang der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts.

2.) Wie geht denn jetzt Dekantieren?
Die Antwort im Video.

 

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