Rebsortenkunde Cornalin: Unter falschem Namen

Von einem echten Walliser, der aus Versehen einen italienischen Namen erhielt.

Rebsorten sind die grössten Weltenbummler, die es gibt. Schon immer hatten Reisende sie mit im Gepäck, wenn sie sich in fremde Gefilde aufmachten. So konnten Trauben, die ursprünglich nur an einem ganz bestimmten Ort beheimatet waren, sich teils über ganz Europa und sogar in die Neue Welt ausbreiten. Aber dabei blieb es nicht: Zu allem Überfluss mutierten die Pflänzchen im Laufe der Zeit auch noch fröhlich vor sich hin. Das heisst sie veränderten sich immer wieder – und am Ende war man oft gar nicht mehr sicher, mit welcher Sorte man es zu tun hatte. Einer, der sich genau mit dieser Frage beschäftigt, ist der Walliser José Vouillamoz. Der Rebgenetiker brachte kürzlich gemeinsam mit zwei weltbekannten englischen Weinexpertinnen, Jancis Robinson und Julia Harding, einen Rebsortenführer heraus, der seinesgleichen sucht: Auf 1280 Seiten beschreibt das Trio insgesamt 1368 Trauben. Und da lernt man unter anderem, dass die Walliser Sorte Cornalin eigentlich einen ganz falschen Namen trägt. Es gibt zwar tatsächlich einen Cornalin im Alpenraum, nämlich im italienischen Aosta-Tal, doch der hat mit dem Walliser Cornalin rein gar nichts zu tun. Kurios: Die Alten haben’s irgendwie geahnt: Früher nannte man den Cornalin im Wallis «Rouge du Pays», Landroter...

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