Wie Barriques ihr Aroma bekommen

Es klingt lustig, aber Weinfässer werden tatsächlich getoastet. Wie das funktioniert und warum man das macht, zeigt Küfer Martin Thurnheer im Video.

Nicht genug, dass Weinprofis beim Verkosten Dinge von sich geben wie: «Bordeaux, linkes Ufer. Kiesböden.» Zu allem Überfluss bekommt man auch noch Folgendes zu hören: «Französische Eiche. Neues Holz.» Ja, spinnen die denn? Nein, denn so verrückt es klingt, mit etwas Übung kann man solche Dinge tatsächlich im Wein erschmecken. Im Falle der Weinfässer funktioniert das so: Liegt der Wein längere Zeit im Fass, gibt er seine Aromen an den Wein weiter, färbt also sozusagen geschmacklich auf ihn ab. Holz hat an sich schon einen Eigengeschmack, es enthält beispielsweise Duftstoffe von Zeder oder Vanille. Toastet der Küfer nun das Fass zusätzlich (das heisst, er brennt es von innen aus) bilden sich weitere Aromen.
 
Sie können je nach Herkunft des Holzes variieren. So nehmen etwa Fässer aus französischer Eiche eher Noten von geröstetem Brot an, während Fässer aus amerikanischer Eiche typischerweise eine Kokosnussnote zeigen. Auch die Dauer der Toastung spielt eine Rolle für den Geschmack. Und neue Fässer geben stärkere Aromen ab als bereits gebrauchte Fässer. Keine Angst, Sie müssen nun beim Weintrinken keine Holzherkunftsstudien anstellen – aber wetten, mit etwas Übung erschnuppern auch Sie die Barrique-Note?

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