Rebsortenkunde Cabernet Sauvignon

Heute geht’s in der Rebsortenkunde um einen wahren Weltenbummler: den Cabernet Sauvignon. Hier mein ganz persönlicher Tipp, wie Sie ihn am besten geniessen.

Ein Geständnis: Ich habe Cabernet Sauvignon lange nicht gemocht. Heute liebe ich ihn. Zum Glück verändert und entwickelt sich der Geschmack ja ein Leben lang – die gigantischen Sprünge von Kindern auf diesem Gebiet sind der beste Beweis. Und manchmal braucht es einfach nur ein bisschen Gewöhnung. Dafür hatte ich reichlich Zeit. Ich habe neun Jahre lang in Bordeaux gelebt, und glauben Sie mir, da gibt es ziemlich viel Cabernet Sauvignon… Er steckt praktisch in jedem Wein.

Zu Anfang fand ich ihn harsch und unzugänglich, er machte mir Pelz auf der Zunge, und ich vermisste ein bisschen die Frucht. Inzwischen finde ich ihn geradezu aristokratisch, vor allem in gereiftem Zustand. Falls Sie selber eine Cabernet-Aversion haben, habe ich einen Tipp für Sie: Die herben, kräftigen Tannine dieser Traubensorte werden durch Protein, Fett und Salz abgemildert. Übersetzt heisst das: Geniessen Sie ihn zu Fleisch! Als ehemalige Wahl-Bordelaisin weiss ich auch genau, was ich Ihnen empfehle. Nämlich ein kurz gegrilltes Entrecôte allererster Wahl. Das macht jeden Cabernet gefügig.

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