Korkalarm

Wenn’s müffelt wie auf Omas Dachboden, hat der Wein Kork. Ein weit verbreitetes Problem – doch zum Glück gibt’s ein Gegenmittel.

Ich weiss, der Korken gilt als Krönung der Weinkultur. Für mich ist er viel zu oft ein Ärgernis. Nämlich dann, wenn er im Wein für den gefürchteten Korkschmecker sorgt. Man schätzt, dass bis zu zehn Prozent aller mit Zapfen verschlossenen Flaschen davon befallen sind. Schuld ist ein Molekül namens Trichloranisol, kurz TCA. Fünf Milliardstel eines Gramms genügen, und der Wein ist hinüber. Entgegen landläufiger Meinung kann man das übrigens nicht direkt am Korken riechen. Wenn der Kellner im Restaurant also an diesem schnüffelt, ist das zwar nett, aber nicht sehr zielführend. Doch zurück zum Problem: Was tun mit einem Wein, der korkt? Im Video zeige ich Ihnen eine zugegeben nicht sehr elegante, aber recht effektive Methode, den Tropfen mit Hilfe einer Rolle Haushaltsfolie zu retten (echt wahr!).
Dennoch ein Wort der Warnung: TCA hinterlässt nicht nur einen typisch schimmeligen, modrigen Geruch, dieser Stoff killt auch einen grossen Teil der Fruchtaromen im Wein. Selbst nach der Plastikfolienbehandlung wird sich dieser also nicht restlos erholen. Aber immerhin: Wenn man die Wahl hat zwischen „Grand Cru entsorgen“ und „Grand Cru halbwegs retten“, weiss ich, welche Lösung ich wenigstens probieren würde. Die Schweiz macht es übrigens richtig: Nirgendwo werden mehr Qualitätsweine mit Schraubverschluss verschlossen als hier.

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